Was er euch sagt, das tut

 Moorenbrunn feiert am 29. September das 50jährige Weihejubiläum der Pfarrkirche „Mutter vom Guten Rat“ – Pontifikalgottesdienst am 30. September, 9.30 Uhr

 

Der Ratschlag der Mutter Jesu bei der Hochzeit zu Kana „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5) leuchtet aus den Glasfenstern der Werktagskapelle der Kirche „Mutter vom Guten Rat“ im Nürnberger Stadtteil Moorenbrunn, deren 50jähriges Weihejubiläum am letzten Septemberwochenende gefeiert wird. „Den Auftrag Jesu zu erfüllen muss wesentlicher Inhalt des Lebens in der Pfarrgemeinde sein“, stellte schon Pfarrer Karl Schiele fest, der von 1991 bis 2010 als Leiter des Pfarrverbands Altenfurt Fischbach Moorenbrunn auch für die Pfarrei „Mutter vom Guten Rat“ zuständig war. Strukturveränderungen bestimmen derzeit das Pfarrleben und die Pastoral im Südosten Nürnbergs. Mit Wirkung vom 1. September wurden die Gemeinden „Hl. Geist“, Fischbach, „St. Sebald“, Altenfurt und „Mutter vom Guten Rat“, Moorenbrunn zu einer Pfarrei mit dem Namen „St. Johannes der Täufer“ zusammengelegt. Die einzelnen Kirchorte bleiben erhalten, und als verantwortlicher Pfarrer appelliert Burkhard Lenz an die Gläubigen, dort lebendige Gemeinschaft zu pflegen – in kleinen Gruppen und Kreisen – damit Kirche für die Menschen vor Ort erfahrbar wird und bleibt. Jeder ist aufgerufen, am Leib Christi mitzubauen. Der Rat der Mutter Gottes kann dabei hilfreich sein.

Vor fünfzig Jahren, am 29. September 1968 wurde die Kirche „Mutter vom Guten Rat“ von dem Eichstätter Bischof Alois Brems eingeweiht – zur Freude der ortsansässigen Katholiken, deren Zahl im Laufe der Jahre beständig gewachsen war. Verwirklicht hat den Wunsch der Gläubigen nach einem eigenen Gotteshaus der Altenfurter Pfarrer und unermüdliche Kirchenbaumeister Leonhard Übler, dem auch die Fischbacher Katholiken ihre Pfarrkirche Hl. Geist verdanken.

Ein Moorenbrunner Katholik und engagierter Ehrenamtlicher der ersten Stunde, Erwin Deß, erinnert sich daran, wie er als Bub in die Neue Siedlung kam, die später den Namen des Frankenführers Julius Streicher bekam. Der 92Jährige erzählt auch, wie nach Kriegsende vor Eintreffen der Besetzer der mutige Bürger Josef Gütling diese Ortsbezeichnung beseitigt und stattdessen das ursprüngliche Schild Moorenbrunn wieder aufgestellt hat, weil man unvorhersehbare Reaktionen der Amerikaner fürchtete.

 

Aufstrebende Gemeinde

Siedler kamen nun aus allen Himmelsrichtungen, vor allem viele katholische Vertriebene fanden in Moorenbrunn eine neue Heimat. Seelsorgerlich betreut wurden die Gläubigen von Altenfurt aus. Dorthin gingen sie anfangs auch zum Gottesdienst, später gab es in Moorenbrunn eine Notkirche in der Kindergartenbaracke. 1967 erfolgte die Grundsteinlegung für die Kirche; das Pfarrhaus war da bereits fertig; ein Jahr später feierte man glücklich die Weihe der Pfarrkirche. 1969 erhielt die Moorenbrunner Gemeinde mit Pfr. Karl Feigel einen eigenen Seelsorger und wurde Kuratie. 1974 kam als Nachfolger Pfr. Anton Hirschbeck, 1977 wurde die Pfarrei „Mutter vom Guten Rat“ selbständig.

Das Pfarrzentrum - Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim und Schwesternheim - wurde nach Plänen von Architekt Ferdinand Reubel erbaut. Das Gotteshaus ist ein Betonbau mit klarer Linienführung. Einen Kirchturm gibt es nicht; er konnte aus verschiedenen Gründen nicht verwirklicht werden. Dominant im Raum ist das mächtige Kreuz an der Altarwand von Cyriak Huber. Neben dem Altar befinden sich zwei Barockfiguren, Jesaja und Josef. Bei einer Umgestaltung der Kirche in den 80er Jahren wurde unterhalb der Empore eine Werktagskapelle mit einem Bildnis der Patronin „Mutter vom Guten Rat" eingerichtet.

Parallel zur baulichen Entwicklung des Pfarrzentrums entfaltete sich alsbald ein lebendiges Gemeindeleben. Bereits ab 1979 bildete die Bistumsleitung aus den eigenständigen Pfarreien Altenfurt Fischbach und Moorenbrunn einen Pfarrverband ohne größere Auswirkungen. In dieser Zeit begann zunächst Moorenbrunn mit Wallfahrten, später schlossen sich Pilger aus den anderen beiden Gemeinden an – eine Tradition, die bis heute fortdauert

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Jetzt Filialkirche

Einschneidende Veränderungen brachte 1991 die Neustrukturierung der Seelsorge: nunmehr war nur noch ein Pfarrer unterstützt von weiteren Hauptamtlichen für alle drei Gemeinden verantwortlich. Die Zusammenlegung jetzt zu einer Pfarrei ist im Prinzip eine logische Folge. Obwohl sich für die Gläubigen in der Region nichts ändert, tun sich Einige schwer mit den neuen Gegebenheiten. Altenfurt ist die Zentrale von „St. Johannes der Täufer“; Fischbach und Moorenbrunn sind Filialkirchen.

 

Im Rückblick bleibt festzustellen, dass die Pfarrei „Mutter vom Guten Rat“ lediglich zwei eigene Seelsorger hatte, nun ist man auch strukturell mit den Nachbargemeinden eng zusammengerückt, mit denen seit langem schon ein Miteinander bestand. Ein Rückschritt muss das nicht sein, stellt Erwin Deß fest, der im Laufe seines Lebens viele Dienste in der Pfarrei übernommen hat. Es komme in erster Linie auf den Glauben an, sagt er. Und der Kirchortsratsvorsitzende Klaus Reis ermutigt, neue Wege für ein fruchtbares christliches Zusammenwirken zu suchen, Schwerpunkte vor Ort zu finden und in die Gemeinschaft einzubringen. Das Leitbild stehe nach wie vor: „Was er euch sagt, das tut.“

 

 Samstag, 29. September, 20 Uhr: „Spotlight – eine Reise durch den Kirchenraum“ – Meditationen und Songs mit der BDKJ-Band GSUS in der Pfarrkirche Sonntag, 30. September, 9.30 Uhr Pontifikalgottesdienst mit Bischof Gregor Maria Hanke; Grußworte im Pfarrheim; Mittagessen; Kaffee und Kuchen.

 

 

upd
Ulrike Pilz-Dertwinkel